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Montessoriinspiriertes Bücherregal | einfacher #ikeahack mit Bekväm für Wohn- und Kinderzimmer

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MONTESSORI zu Hause liest sich oft sehr kompliziert und aufwändig, ist es aber gar nicht. Besonders die Bücherecke ist schnell und einfach gestaltet. Es müssen keine teuren Spezialmöbel sein, denn Montessori beginnt eigentlich bei uns selbst. Die Bücher sollten für die Kids gut erreichbar, übersichtlich angeordnet und gut erkennbar sein. Wie wir das im neuen Zuhause umgesetzt haben, erfährst du in diesem Beitrag.

Für die Regale sind wir, wie fast immer, beim allseits beliebten Möbelschweden fündig geworden. In der Abteilung für Gemälde und Bilderrahmen finden sich passende Regale, aber auch das Gewürzregal Bekväm bietet sich an um darin Bücher zu verstauen und diese gleichzeitig kindgerecht zu präsentieren. Wer sich vollständig an der Montessori-Pädagogik orientieren möchte, der muss zunächst einmal entscheiden, welche Bücher überhaupt im Angebot vorhanden sein sollen. Wir haben uns dagegen entschieden. Warum? Auch das erzähle ich in diesem Beitrag.

Begrenzte Auswahl an Büchern?

Grundsätzlich bin ich für einen reduzierten Spielzeugbestand zu Hause, weil ich sehe, dass das meiner Tochter gut tut. Wir haben es auch mal nahezu spielzeugfrei ausprobiert, diese krasse Einschränkung hat uns allerdings ein wenig die Vielfältigkeit genommen. Gerade bei ganz kleinen Kindern reichen mir die natürlich vorhandenen Optionen und die Möglichkeiten im Alltag nicht aus. Wir setzen daher statt komplettem Verzicht auf hochwertige und durchdachte Materialien. Auf Bücher haben wir allerdings auch während dieser Phase nie verzichtet.

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Denn: Ich halte Bücher für elementar zum Lernen, Forschen und Entdecken. Die Bücherauswahl zu begrenzen, so wie Maria Montessori es vorsieht, kommt daher für mich nicht infrage. Wichtig sind mir die Wertschätzung der so kostbaren Bücher und folgende Kriterien für unsere Leseecke:

  • gut und selbstständig erreichbar
  • übersichtliche Präsentation
  • einladender Lesebereich

Auch teile ich nicht die Ansicht, den Kindern die Fantasie in der Bücherwelt vorzuenthalten. Im Alltag beziehen wir Mini selbstverständlich ins Geschehen mit ein, wir verzichten auf eine Spieleküche und haben vorerst kein herkömmliches Puppenhaus. Wie wir es handhaben werden, wenn sie diese Sachen bei ihren Freundinnen entdeckt und gezielt danach verlangt, das weiß ich noch nicht. Fabelhafte Geschichten, Traumreisen und Hörspiele mögen wir dafür besonders gern und driften dabei auch gerne mal in eine andere Welt.

Ich möchte, dass mein Kind die Chance hat, sich für Buchstaben, Sätze und ganze Bücher zu begeistern. Für die Illustrationen und Bilder. Für die Vielfalt. Vor allem, indem ich als Vorbild diene, denn unsere Kinder orientieren sich an uns. Seit ich Mutter bin, lese ich überwiegend digital, mehr gibt mein Alltag oft nicht her. Umso wichtiger sind immer wiederkehrende Momente, in denen ich mir eins ihrer Bücher nehme, sie sich zu mir setzt und wir gemeinsam darin blättern und andererseits sie selbst immer häufiger von sich aus zu ihren Büchern greift und ihre Lesezeit auch einfordert. Im digitalen Zeitalter bestellen wir gerne und viel im Netz, trotzdem nutze ich jede Möglichkeit, eine Buchhandlung zu betreten und meine Tochter dort selbst auswählen zu lassen.

Maria Montessori: Hilf mir es selbst zu tun!

Daran orientieren wir uns in unserem montessoriinspiriertem Zuhause, besonders was unsere Bücherecke anbelangt. Ich möchte, dass meine Tochter sich jederzeit ein Buch nehmen kann, ohne mich um Hilfe zu bitten. Das setzt voraus, dass die Leseecke übersichtlich wirkt, sie sich dort zurecht findet und zum Beispiel durch eine bequeme Sitzmöglichkeit zum Verweilen einlädt.

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Der Lesebereich, den ich für sie vorgesehen habe, befindet sich daher nah am Boden, auch wenn es zunächst ungewöhnlich scheint, die Regale so weit unten an der Wand zu befestigen. Da wir uns selten im Kinderzimmer aufhalten und sich das Familienleben im Wohn- und Essbereich abspielt, hat sie hier ebenfalls ein eigenes Bücherregal. Unter dem Regal befindet sich ein weicher Teppich und eine Sitzmöglichkeit aus Korb. Direkt daneben, unmittelbar vor dem Fenster, steht ein bequemer Sessel. Sie kann sich entweder auf ihren Sessel kuscheln oder im sitzen neue Bücher auswählen.

Ordnung und Struktur im Bücherregal

Ist das Angebot kleiner, schaffen es Kinder meist besser sich einen Überblick zu verschaffen und sich das passende Buch auszuwählen. In unserem montessoriinspirierten Bücherregal biete ich ihr daher eine kleine Auswahl der tatsächlich vorhandenen Bücher an. Die übrigen bewahren wir in unserem regulären Bücherregal auf, zu dem sie ebenfalls Zugang hat. Altersgerecht und vor allem auf das derzeitiges Interesse meiner Tochter abgestimmt, sortiere ich die Bücher übersichtlich in ihrem Regal und stelle die Ordnung auch über den Tag immer mal wieder her. Aufräumen ist für kleine Kinder recht schwierig, sodass wir das gemeinsam erledigen oder ich das einfach für sie übernehme und sie mir dabei zuschaut.

Die Aufbewahrung im montessoriinspirierten Bücherregal, Struktur in der Leseecke

Zur Aufbewahrung von Hab und Gut bieten sich allgemein Körbe oder für die Kids gut erreichbare Regale an. Oder eine Kombination aus beidem. Wir haben uns für das Regal entschieden, weil es an Ort und Stelle verbleibt, kombiniert mit einem gemütlichen Sessel sehr einladend wirkt und wir es bei Bedarf noch erweitern können. Bücher sind für mich wertvoll, deswegen mag ich sie an einem besonderen Ort haben und nicht in einer Kiste, in der stets nur das oberste Buch wirklich sichtbar ist und sich noch weiteres Sammelsurium befindet. Diesen Ort bieten uns die Regale als Alternative zu den auf dem Boden stehenden Körben, in denen einzelne Bücher nicht mehr zur Geltung kommen, wenn sie umfallen oder übereinander gestapelt werden. Ich möchte meiner Tochter zeigen, dass Bücher für uns sehr wertvoll und bereichernd sind und dass wir sie achtsam behandeln. Unsere Leseecke befindet sich außerdem an einer Wandsäule zwischen zwei Fenstern. Hier ist es schön hell, tagsüber ist kein zusätzliches Licht erforderlich.

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Achtsamer und wertschätzender Umgang mit Büchern und anderen Lernmaterialien

Ich versuche meiner Tochter als Vorbild zu vermitteln, dass wir mit unserem Hab und Gut stets vorsichtig, umsichtig, wertschätzend und achtsam umgehen und helfe ihr, ein Gespür dafür zu bekommen, wie empfindlich oder robust die verschiedenen Materialien sind. Bücher sind besonders kostbar und es bedarf eines behutsamen Umgangs mit ihnen. Anfangs haben wir zahlreiche Bücher aus Stoff gelesen, später aus fester Pappe und mittlerweile blättern wir in ‚echten‘ Büchern mit dünnen Seiten. Mini sucht sich in der Buchhandlung selbst Bücher aus, die sie interessieren. Eulen und Katzen sind im Moment hoch im Kurs, aber auch der menschliche Körper und alles was dazu gehört.

Übungen des täglichen Lebens nach Maria Montessori : das Handling von Büchern

Öffnen, blättern, schließen und wieder verräumen. All das gehört zu Büchern dazu, wenn das Vorlesen immer mehr dem Selbstlesen weicht. Maria Montessori hält auch für den Umgang mit Büchern Übungen des täglichen Lebens bereit. Dass Kinder durch Nachahmung lernen ist bekannt, das betrifft bei uns auch den Umgang mit den Büchern.

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Ich lege wert darauf, dass sie behutsam behandelt werden und dabei begleite ich meine Tochter. Trotzdem hatten wir einige Unfälle zu verzeichnen, denn Kinder probieren aus. Hören sich wirklich alle Bücher gleich an, wenn sie auf den Boden fallen? Was passiert, wenn ich die Seite knicke? Und wenn ich daran ziehe, raschelt es dann immer so schön? Und wenn ich all das gleichzeitig mache, wird Mama dann immer so hektisch? Unabhängig davon, ob wir unbewusst als Vorbilder im Handling von Büchern agieren oder bewusst die Übungen des täglichen Lebens forcieren. Wir haben daher altersgerecht und den aktuellen Bedürfnissen unserer Tochter Bücher aus verschiedenem Material angeboten, zeitweise auch nur noch robuste Exemplare, die diese Phase dann auch problemlos überstanden haben.

Scheinwelt versus Realität bei Maria Montessori

Nimmt man es sehr genau, dann ist im Bücherregal nach Maria Montessori nur realistische Literatur zu finden. Wir suchen uns von allem immer das aus, was für uns passt und lassen uns inspirieren. So auch bei unserem Bücherregal. Mir gefallen viele Ansätze der Montessori-Pädagogik, ich möchte mich im Alltag und bei der Begleitung meiner Tochter in und durchs Leben aber nicht an ein starres Konzept halten, was keine Abweichungen nach rechts oder links erlaubt. Das würde uns sehr einschränken und ihr viele Chancen und Möglichkeiten vorenthalten.

Somit haben wir uns was das Bücherregal betrifft dazu entschieden, den äußeren Rahmen für uns mitzunehmen. Die Umgebung und die Gestaltung passen genau zu uns, den Inhalt wünschen wir uns vielfältiger.

Alles Liebe

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