Reisen mit Kindern

Allein verreisen mit Kind, eine Reise zu mir selbst!

Anfangs war ich skeptisch. Klappt das? Mit Kind und Gepäck durch die Welt? Auch wenn wir erst mal nur den Süden Europas angepeilt haben? Eine überschaubare Entfernung, aus der wir jederzeit wieder schnell zu Hause sind? Wie wird das sein unterwegs? Wochenlang nur wir zwei? Mini und ich? Ohne den Papa, der sich derweil um unsere Zukunftspläne kümmert? Was uns das bringt und wie wir mit wenig zurecht kommen, erfährst du jetzt.

Fragen über Fragen… Heute weiß ich, dass das die beste Entscheidung war und es eine unheimliche Bereicherung ist, mit Kindern alleine zu reisen. Versteht mich nicht falsch, wir sind auch als Familie sehr gerne unterwegs, aber die Möglichkeiten unterscheiden sich immens. Und manchmal muss man einfach mutig sein. Wir haben keinen Rückflug gebucht und wollten erst mal schauen wie es uns gefällt und wo es uns nach den ersten Tagen und Wochen noch hinzieht. Vielleicht möchten wir auch schnell wieder nach Hause. Zu Beginn war alles möglich. Alles kann, nichts muss.

Alleine Reisen mit Kind

Alleine, ohne erwachsenen Reisepartner kommen wir automatisch schneller mit Land und Leuten in Kontakt. Die Resonanz und die Initiative der Menschen, die wir unterwegs treffen, ist eine ganz andere. Davon habe ich schon oft im Netz in Backpacker-Foren und Gruppen für Alleinreisende (Eltern) gelesen, jetzt kann ich gerade diese Erfahrung selbst sammeln.

Reisen ist Erfahrung und Bildung zugleich

Das möchte ich auch meinem Kind schon früh ermöglichen. Ich möchte ihr zeigen, welche großartigen Orte und Plätze es auf unserer Welt gibt, sie darf kulturelle Unterschiede kennen lernen und erkennen, dass alle Kinder dann doch irgendwie gleich sind – frei und unvoreingenommen. Und das ist toll.

Minimalismus unterwegs, reisen anstatt Urlaub machen

Ich und wir befinden uns seit einiger Zeit auf einer Reise. Auf der Reise zu weniger, um dadurch mehr zu haben. Wie wir begonnen haben minimalistischer und einfacher zu leben, indem wir uns von vielen Dingen getrennt haben liest du hier. Auch bei meiner ersten Reise alleine mit unserer Tochter ist alles minimal, und doch bereichernd. Angefangen vom Gepäck. Mit Kind auf dem Arm fehlen eigentlich zwei Hände für Koffer, Taschen und was man sonst noch so braucht – nicht.

Für unser Handgepäck habe ich mich an dieser Liste orientiert. Das hat völlig ausgereicht. Unsere Gedanken zu Minimalismus im Familienalltag und zum entschleunigen habe ich kürzlich schon in einem Blogbeitrag geteilt. Umso überraschter bin ich, wie das auch auf einer Reise möglich ist.

Weniger ist mehr, Verpflegung mit Kind auf Reisen

Schon in den ersten Tagen merke ich, mit wie wenig wir auskommen können. Ich verzichte darauf mir stundenlang jede Woche Gedanken über die Familienmenüs zu machen, stattdessen kaufen wir einfach frisch auf den lokalen Märkten ein, ernähren uns ausgewogen und kombinieren auch mal ein paar Zutaten, die eigentlich keinem klassischen Rezept angehören.

Trotzdem werden wir satt. Ich spüre wie gut mir das alles tut, meine in Deutschland ständig auftretenden Magenprobleme sind vergessen, obwohl wir mehrere Kilometer und Höhenmeter am Tag zurücklegen brauche ich keine permanenten Zwischensnaks und komme damit aus. Wir verzichten auf feste Zeiten, die bei uns lange nur deswegen zustande gekommen sind, weil ‚man‘ das mit Kind so macht. Uns geht es anders einfach besser, das zeigt mir diese Reise.

Schaffe ich das überhaupt?

Das habe ich mich lange gefragt und mich und uns damit ausgebremst. Ja, natürlich kann eine Mutter mit ihrem Kind alleine verreisen. Auch wenn ich zu Hause über jede Unterstützung dankbar bin und mir Woche für Woche den Tag herbei gesehnt habe, an dem mein Mann wieder nach Hause kommt, so ist es unterwegs doch ganz verschieden. Die Uhren ticken anders. Wir leben völlig autark, ohne Einflüsse von außen, was unheimliche Leichtigkeit mit sich bringt. Mini hatte bisher nicht einen einzigen Wutanfall. Anziehen, was zu Hause immer eine halbe Ewigkeit dauert, klappt hier in Sekundenschnelle und die Abende und Nächte sind durchaus ganz okay. Wir haben es uns einfach bequem gemacht und die Schlafzimmermatratze vor das große Fenster im Wohnzimmer, von dem aus wir die sich auf dem Hafenbecken spiegelnden Lichter sehen können, geschoben. Das scheint uns beide zu beruhigen. Vernunft und Realismus nehmen bisher einen großen Platz in meinem Leben ein, ab jetzt kommt etwas mehr Mut hinzu – der lässt mich nämlich gerade ein paar Zentimeter wachsen und ich bin so unheimlich stolz auf uns beide.

Ich und du, nur wir zwei

Intensive Zweisamkeit über einen längeren Zeitraum stärkt die Beziehung. So viel Nähe halte ich nur mit Menschen aus, die mir sehr am Herzen liegen. Für einen längeren Zeitraum alleine die Verantwortung für mein Kind zu tragen, Tag und Nacht mit ihr zusammen zu sein, das fordert mich heraus und macht mich zugleich auch stolz und glücklich. Ich bin überzeugt davon, dass diese Nähe uns noch ein Stück näher zusammen bringt und uns die bisher sehr anstrengende und schwierige Zeit ein wenig vergessen lässt. Nicht nur jeden weiteren Tag, sondern auch jede Stunde und jede Minute und vielleicht auch jede Sekunde wachse ich an diesem Erlebnis und dieser besonderen Zeit.

Alles Liebe, Isabel!

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Kategorien:Reisen mit Kindern

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