Elternsein · Geschichten aus dem Leben

Ein Tag mit Kind im Büro oder auch Homeoffice für unterwegs

Ja, was ist das jetzt eigentlich? Ein Tag im Büro oder Homeoffice? Oder ein Mittelding? Oder nichts von beidem? Auf jeden Fall waren wir nicht zu Hause, haben aber gefühlt unseren gesamten Kinderhausstand zur Arbeitsstätte transportiert. Denn vor einiger Zeit habe ich Mini ausnahmsweise mal mit zur Arbeit genommen. Heute ziehe ich mein Resümee. Ob ich es wieder machen würde, erfährst du hier.

Trödeln und Bummeln, wir müssen zur Arbeit

Aber von vorn. Früh morgens ging es los. Mini schläft noch während ich die Frisur richte und ein anständiges Bürooutfit aus dem Schrank krame. Hohe Schuhe und Bluse kommen wegen geplantem Tragetucheinsatz aufgrund Stolper- und Knittergefahr schon mal nicht in Betracht. Die Jogginghose scheidet auch aus. Ich wähle den guten Mittelweg. Seriös, aber bequem könnte die korrekte Bezeichnung lauten.

Autofahrt mit Kleinkind im Berufsverkehr

Die erste Hürde mit einem Kind, das das Auto nicht unbedingt als seinen Lieblingsplatz schimpft. Den Wagen hat Papa Kassandra gestern schon für uns gepackt. Die Nachbarn denken vermutlich wir fahren in den Urlaub. Egal. Hauptsache wir sind für den Ernstfall gerüstet.

Das obligatorische Käsebrot am Morgen haben wir zur Abwechslung mal im Auto an roten Ampeln und im Stau gefrühstückt. Eine Stunde Autofahrt und die anschließende Parkplatzsuche stehen uns bevor. Etwas später als geplant treffen wir in der City ein. Das Auto steht, Mini sitzt im vollbeladenen Buggy.

Der Tragetucheinsatz ist erst für später geplant, wir wollen den Chef und die Kollegen nicht schon am frühen Morgen in Aufruhr versetzen und halten unsere Öko-Tendenzen vorerst noch geheim. Länger als bis zum Mittagessen werden wir und allerdings nicht verstecken.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Nicht immer so einfach möglich, auf meiner Arbeitsstelle gibt es aber zumindest die Möglichkeit, den Nachwuchs mit ins Büro zu nehmen, wenn die Betreuung sonst nicht gewährleistet ist. Ausnahmsweise, versteht sich.

Das Familienbüro habe ich zuvor nicht besichtigt, vermutlich damit ich mich nicht schon vorher über schlechte oder unbedachte Gestaltung aufrege. Nach einer kleinen Schnitzeljagd, das Bürogebäude ist einfach zu groß, haben wir das Zimmer gefunden.

Ein top eingerichteter Raum für die arbeitende Mutter und das spielende Kind wartet auf uns. Mini nimmt direkt auf dem Autoteppich Platz und düst eine Runde mit den Matchboxautos.

Ein Hoch auf Aufzüge und elektrische Türen, sonst wären wir mit unserem mitgebrachten Equipment, was wir gar nicht brauchen, aufgeschmissen gewesen.

Während ich mich am Schreibtisch sortiere, meine Arbeit erledige und telefoniere, ist Mini mit der Erkundung sämtlicher Spielgeräte beschäftigt. Die mittlerweile eingetretene Müdigkeit ist ihr überhaupt nicht anzusehen. Irgendwann entscheide ich mich dazu eine Runde im Tragetuch mit ihr zu laufen. Wir gehen an die frische Luft und schon nach wenigen Minuten höre ich ein schnarchen in meinem Nacken. Hilfe.

Das Kind ist im Tragetuch eingeschlafen – auf den Rücken.

Aarghh. Hätte ich sie doch mal lieber vorne eingebunden. Die Möglichkeit, während sie mittags ein wenig schläft, besonders viel zu erledigen rückt gerade in weite Ferne. Aber was soll‘s. Mut zur Lücke. Heute ist eh alles anders. Und obwohl es bisher niemals nie geklappt hat, sie aus dem Rucksack in die Waagerechte zu befördern, schläft sie dieses Mal nach kurzer Unruhe einfach weiter.

Sie scheint sehr erschöpft zu sein. Ich übrigens auch. Was nach einem entspannten Familienausflug auszusehen scheint, so zumindest der O-Ton einiger Kollegen, ist stressiger als gedacht.

Netter Besuch im Familienzimmer

Mit tatkräftiger Unterstützung einiger netter Kolleginnen, die uns von Zeit zu Zeit im Familienzimmer besucht haben und Mini zwischenzeitlich mal kurz abgelenkt oder beschäftigt haben, während sie ihre Kaffeepause bei uns verbracht haben, war es ein relativ gelungener Tag. Ich hatte tatsächlich Schlimmeres befürchtet.

Mein Fazit zu Büro mit Kind oder auch Kind und Karriere

Alles in allem hat der Tag recht gut funktioniert. Einziger Haken waren die langen Autofahrten und die doch recht laute Geräuschkulisse um die Mittagszeit. Dass sich die Belegschaft durch anwesende Kinder gestört fühlen könnte ist mir ebenfalls durch den Kopf gegeistert. Für mich ist das allerdings ein gesunder Mittelweg, dem Arbeitgeber gerecht zu werden ohne über die eigenen Prinzipien, was die Kinderbetreuung anbelangt, hinweg zu gehen. Echte Vereinbarkeit sieht allerdings anders aus.

Wie handhabt ihr denn die Kinderbetreuung im Notfall? Habt ihr immer einen Plan B?

Alles Liebe, Isabel!

16580291-DDE3-4C23-933C-21CDD79B47CC.png

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s