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DIY | Free your Feet – Huaraches Barfußsandalen selber machen

Eigentlich sollte das hier ein DIY-Tutorial werden, mit dem du Huaraches-Sandalen schnell und einfach unter freier Wahl der Materialien zu Hause selbst anfertigen kannst. Ich habe noch ein wenig recherchiert und bin total begeistert, was da eigentlich hinter steckt. Deshalb möchte ich gerne noch ein paar Informationen, die ich zusammengetragen habe, mit dir teilen. Denn bei den Huaraches handelt es sich keinesfalls um ein neues Lifestyleprodukt (obwohl gerade ein regelrechter Hype stattfindet), sondern um das Laufwerkzeug der mexikanischen Tarahumara-Indianer. Eine neue Erfindung sind sie also nicht.

Wenn du lieber direkt loslegen magst, scrolle einfach etwas nach unten 😉

Barfußlaufen in Barfußschuhen – ein paar Fakten für Kritiker

Wir sind von Natur aus mit Füßen ausgestattet, die uns die Fortbewegung auch ohne Schuhe erlauben. Auch wenn uns von den großen namenhaften Schuhherstellern gerne suggeriert wird, dass wir genau deren moderne high-tech-Modelle benötigen, ohne die kein gesundes Fortkommen gesichert wäre. Ursprünglich brauchen unsere Füße keine stützenden und dämpfenden Sohlen, die starr und festgeschnürt um unsere Knöchel sitzen. Durch konventionelle Schuhe wird unser natürliches Dämpfungssystem, bestehend aus Sehnen, Muskeln und Knochen, allerdings geschwächt. So verlernen wir nach und nach unseren natürlichen Gang und passen uns den Schuhen und deren Unterstützung an.

Barfußschuhe mit dünner Sohle hingegen aktivieren unsere Fußmotorik.

Barfußlaufen (in Barfußschuhen) ist die gesündeste Form des Laufens, der Fuß kann sich nahezu so frei bewegen, wie die Natur es vorgesehen hat.

Dass moderne Schuhe mit hohen Absätzen und starren Sohlen nicht gesund sein können, sagt uns eigentlich schon unser Gefühl. Dank Gesellschaftsdruck und Etikette greifen wir aber trotzdem zu Pumps und Lackschuhen, die uns das ein oder andere orthopädische Problem bereiten oder bereiten werden.

Die erwähnten Tarahumara-Indiander legen in ihren Barfußschuhen, den „Huaraches“, etliche Kilometer jeden Tag zurück, wenn sie auf der Jagd sind und tragen dabei nicht mehr als eine Sohle mit Schnürbändern an ihren Füßen. Die Schnüre dienen hier lediglich dazu, die Sohle am Fuß zu befestigen.

Vorteile

Die dünne und gleichmäßige Sohle von Barfußschuhen schafft uns ein bewusstes Laufempfinden wie beim Barfußlaufen und trotzdem bietet sie ausreichend Schutz vor spitzen oder scharfen Gegenständen sowie heißen Untergründen im Sommer.

Wer mag, und die Schuhe nicht lediglich als modisches Accessoires sieht, kann sich am sogenannten Vorderfußlaufen versuchen. Dabei treten die Läufer nicht mit der Ferse zuerst auf um den Fuß abzurollen, sondern es wird zuerst der Ballen auf den Boden aufgesetzt. Dieser etwas seltsam ausschauende und weniger anmutig wirkende Laufstil verlangt eine geringere Schrittlänge, bietet jedoch eine höhere Schrittfrequenz. Das Ergebnis ist ein größeres Durchhaltevermögen auf die Distanz gesehen, vorausgesetzt unser Körper kennt diesen Laufstil bereits. Wer sich aufmerksam umschaut, entdeckt hin und wieder diesen, bei Barfußschuhläufern immer beliebter werdenden, Laufstil.

Studien haben belegt, dass die Gelenkbelastung bei dieser Laufweise wesentlich geringer ist, die Verletzungsgefahr während der ersten Zeit jedoch ansteigt. Vorsichtig und langsam sollte sich mit den Barfußschuhen an verschiedene Lauf- und Untergrundsituationen herangetastet werden, damit der Körper seine verlernten Techniken wiederfindet. Ist die Umstellung gelungen und hat der Körper seine Fähigkeiten zurück erlangt, dann schont das Barfußlaufen in Barfußschuhen, vor allem das Vorderfußlaufen, langfristig Knochen und Gelenke.

Fazit

Ultraleichte Schuhe, zusammenrollbar auf kleinstem Raum selbst in der winzigsten Handtasche zu verstauen, individuell gestaltbar, auf Wunsch vegan und derzeit absolut angesagt.

Nach Geschmack kannst du deine Barfußschuhe mit Perlen oder sonstiger Dekoration verzieren, verschiedene Schnürtechniken anwenden oder einfach ganz puristisch tragen. Also: nichts wie los! Bastel dir deine eigenen Huaraches!

Im folgenden Tutorial zeige ich dir eine mögliche Basic-Variante, damit du schnell loslaufen kannst!

Welche Materialien benötigst du?

  • Schadstofffreies Material für die Sohle, ich verwende hier Vibram (oder pflanzlich gegerbtes Leder als Fußbett mit zum Beispiel einer Untersohle aus Naturkautschuk)
  • Schnürsenkel aus Leder, Jersey oder Kordel
  • Schmuck zum verzieren
  • eine Lochzange
  • eine scharfe Schere
  • 1-2 Blatt Papier und einen Stift
  • je nach Bindeweise: einen Kordelstopper, falls du am Ende nicht knoten möchtest

Anleitung

1. Fertige eine Papierschablone deiner Füße mit ca. 0,5 – 1 cm vergrößerter Umrandung

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2. Übertrage mit der ausgeschnittenen Papierschablone mittels Bleistift deine Füße auf das von dir gewählte Sohlenmaterial und schneide sie aus. Auf dem Foto siehst du Vibram. Durch das Profil können die Ränder etwas fransig aussehen, hier kannst du bei Bedarf noch mit einer Nagelschere nacharbeiten.

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3. Jetzt geht es an die Schnürlöcher. Stelle dich auf die Sohle. Setze dafür mit dem Bleistift drei Punkte auf der Sohle: dort wo der Zehentrenner sein soll sowie links und rechts unter deinen Knöcheln.

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Steche die Löcher in der zu deinem gewählten Schnürband passenden Größe. Die Sohle kannst du in der Lochzange leicht rollen, falls du nicht bis an die markierte Stelle heran kommst, das ist meist an der Stelle für den Zehentrenner der Fall.

4. Schnürsenkel anbringen. Auf den folgenden Fotos siehst du die Abfolge für die Bindung der Schnürsenkel.

Wir beginnen am Zehentrenner: stecke die Schnur von oben nach unten durch das Loch in der Sohle und binde unter dieser einen Schlaufenknoten. Kürze das Ende unterhalb der Sohle.

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Nimm das lange Band und stecke es am Innenknöchel von oben nach unten durch das Loch. Nicht zu stramm, wenn du das Band noch seitlich etwas über den Sohlenrand dehnen kannst, ist es optimal.

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Führe das Band von unterhalb der Sohle außen daran vorbei nach oben und tauche dabei unter dem Stück durch, welches zum Zehentrenner verläuft. Das Zehentrennerband ist jetzt noch etwas locker, achte darauf, dass du es bei den nächsten Bindeschritten noch nicht festziehst.

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Binde nun um die Ferse herum weiter und stecke das Band von oben nach unten durch das Loch in der Sohle an deinem Außenknöchel.

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Führe nun das Band von unterhalb der Sohle nach oben, außen an der Sohle vorbei und tauche dabei unter dem Fersenband her. Jetzt führst du den Schnürsenkel über deinen Fußspann über das Zehentrennerband drüber und dann von der anderen Seite darunter durch in Richtung deines äußeren Knöchels und dort wieder unter dem Fersenband hindurch, oberhalb des dort schon liegenden Bandes. Festziehen.

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Führe nun das lange Band unter dem unteren der beiden Spannbänder hindurch, um zwischen den beiden Spannbändern wieder nach oben zu gelangen.

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Es geht nochmals hinten um die Ferse herum. Unter dem Innenknöchel Seitenband durch bFullSizeRender

und dann wieder über das andere Fersenband, darunter durch und zwischen den beiden Bändern wieder hoch.

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Jetzt noch einmal  in Richtung des bereits doppellagigen Spannband. Lege das lange Band darüber und führe es dann darunter her.

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Mit dem langen Stück und dem oberen Innenspannband bindest du nun eine Schlaufe  und bringst zuletzt die Perle zur Geltung.

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Hat’s geklappt?

Hast du ein spezielles Design gewählt oder eine besonders kreative Verzierung? Oder bist du einfach ganz puristisch geblieben? Ich bin neugierig! Schick mir gerne ein Foto deiner Huaraches Exemplare, das ich hier teilen darf!

 

P.S. Diesen Beitrag habe ich beim Blogsommer eingereicht. Schaut mal vorbei, dort sind viele tolle Ideen zu finden! Klasse Aktion!

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